Kurs "Lesen alter Handschriften" ab 05.02.2026

 

Alte Handschriften 1

 

Die Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt

lädt ein zum Kurs

"Lesen alter Handschriften"

Donnerstag, 5. Feb. 2026, 16:00 – 17:30 Uhr 

Ort: vhs-Gebäude Raum 206 vhs

Referentin: Anita Schuldt

Gesprochenes Wort reicht nur so weit der Schall es trägt, Geschriebenes kann um die ganze Welt gehen, kann Raum und Zeit überwinden, falls der Empfänger es zu lesen versteht. Und genau darum geht es beim IGHA/VHS-Kurs "Lesen alter Handschriften". IGHA steht dabei für "Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt e.V.", VHS für Volkshochschule Hanau. Es geht darum, die Briefe, Dokumente, Notizen zu entziffern, die Menschen, die vor uns lebten, uns hinterlassen haben und dieses Erbe auch verständlich zu machen, was manchmal schwieriger ist als das Lesen. Aber damit einzutauchen in eine spannende Zeit vor unserer, ohne die wir nicht da wären wo wir heute sind. 

Der Schwerpunkt des Kurses liegt auf der Alten Deutschen Schrift, der Kurrentschrift, die noch bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts gebräuchlich war. So wie hier z. B., in diesem Brief des Hanauer Oberbürgermeisters Gebeschuss an den Geheimen Regierungsrat Dr. Hermann Grimm wegen der Errichtung eines Grimm-Denkmals auf dem Marktplatz in Hanau (siehe oben).

Ähnliche Schriftstücke schlummern sicher noch in vielen Haushalten: Tagebücher, Briefe, Biographisches der Eltern, Großeltern und Urgroßeltern. Wir lernen unsere Vorfahren dabei vielleicht von einer ganz neuen Seite kennen. Sogar manches Testament wurde schon entsorgt, weil man es für ein unwichtiges Stück Papier hielt. Deshalb ist das Lesen alter Handschriften auch wichtig in der Arbeit von Notariaten und Nachlassgerichten.

Bis vor etwa 100 Jahren, vor dem Schreibmaschinen- und bald beginnenden Computerzeitalter, wurden alle Dokumente handschriftlich verfasst. Wenn man bedenkt, wie unterschiedlich Handschriften sich darstellen, dann ahnt man, wie schwierig die Entzifferung manchmal sein kann. Und den Begriff "Rechtschreibung" gibt es erst seit Konrad Duden, d. h. seit der Veröffentlichung seines "Vollständiges Orthographisches Wörterbuch" am 7. Juli 1880. Davor schrieb man eben wie man sprach.

Im Kurs lesen wir hauptsächlich Dokumente, die entweder in Hanau, Stadt und Grafschaft, entstanden sind oder Hanau betreffen. Aber beim reinen Lesen bleibt es nicht, dazu sind die Dokumente viel zu interessant. Wir beschäftigen uns immer auch mit dem geschichtlichen Hintergrund, wie z.B. mit der Erhebung der Herren von Hanau in den Grafenstand im Jahre 1429, deren Urkunde auch heute noch gut lesbar ist. Sie liegt im Staatsarchiv in Marburg.

Die Art sich mitzuteilen hat sich im Laufe der Zeit sehr geändert, so ist es eine Seite der Medaille alte Dokumente lesen zu können, den Inhalt auch zu verstehen ist die andere Seite. Aber aus Kursteilnehmern ist inzwischen ein sehr erfahrenes Lese-Team geworden, in dem jeder mit seinen Erfahrungen und seinem Wissen zum Gelingen beiträgt und in das auch neue Teilnehmer schnell integriert werden und herzlich willkommen sind. Auch eigene Dokumente können mitgebracht werden und werden dann gemeinsam entziffert. 

Dank des Vereins "Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt", d.h. IGHA, ist die Teilnahme kostenfrei. Das neue Semester beginnt am 5. Februar um 16 Uhr in der Volkshochschule in Hanau am Ulanenplatz. Anmeldungen sind vor Ort möglich oder über https://www.vhs-hanau.de/p/programmbereiche/kultur/literatur/lesen-alter-handschriften-617-C-7021842

Seien Sie herzlich willkommen!