Zinnarbeiten von Karl Raichler (Foto 1930er Jahre)
Die Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt
lädt ein zum Vortrag
"Die Silber- und Goldschmiede des Bauhauses - Leistungsträger der NS-Kulturpolitik"
Dienstag, 31. März 2026, 19:30 Uhr
Ort: Deutsches Goldschmiedehaus
Referent: Dr. Frank Werner
Am Dienstag, dem 31. März 2026 um 19.30 Uhr hält Dr. Frank Werner im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau einen Vortrag mit dem Titel „Die Silber- und Goldschmiede des Bauhauses – Leistungsträger der NS-Kulturpolitik“.
Das Bauhaus gehört zur künstlerischen Avantgarde der Weimarer Republik und war Feindbild der nationalsozialistischen Kulturpolitik. Doch entgegen der dominierenden Erzählung von Verfolgung und gebrochenen Biografien zeigt sich bei genauerem Hinsehen ein komplexeres Bild: Zahlreiche ehemalige Bauhäusler*innen gehörten im „Dritten Reich“ weiterhin zur kulturellen Elite, erhielten staatliche Aufträge, gewannen Preise und prägten maßgeblich das Ausstellungs- und Publikationswesen ihrer Zeit.
Im Vortrag beleuchtet Dr. Werner diese bislang wenig beachteten Karrieren, insbesondere jene der Metallklasse um László Moholy-Nagy (1895-1946), und fragt danach, wie es den vermeintlichen Außenseiter*innen gelang, sich im stark reglementierten NS-Kunstbetrieb zu behaupten und sogar Anerkennung zu finden.
Dr. Frank Werner schloss 2025 seine Dissertation mit dem Titel „Bauhaus-Gestaltung im Dritten Reich. Die Karrieren von Mitgliedern der Metallklasse Moholy-Nagy in Industrie und Handwerk“ ab.
Dr. Werner ist Kurator der Ausstellung „Formen der Anpassung. Kunsthandwerk und Design im Nationalsozialismus“, die noch bis zum 12. April 2026 im Grassi Museum für angewandte Kunst Leipzig zu sehen ist.
Der Vortrag ist eine Kooperation mit der Interessensgemeinschaft Hanauer Altstadt, dem Hanauer Geschichtsverein 1844 e.V. und der Stadt Hanau. Die Veranstaltung wird unterstützt von der Stadt Hanau. Der Eintritt ist frei.
Seien Sie herzlich willkommen!