Wir über uns

Januar 2017 – IGHA-Arbeit

Die IGHA wurde 2002 gegründet, um die Gestaltung der 700 Jahrfeier der Hanauer Altstadt im Sinne der Bewohner, der Einrichtungen und des Handels zu beeinflussen. In einem Findungsprozess erkannten die Akteure, dass dieser wenig beachtete Stadtteil Qualitäten besitzt, die einer innenstadtnahen Oase der Urbanität gleicht – überschaubar, kleinteilig, überraschend, kommunikativ, familiär, intellektuell und kulturell. All diese Eigenschaften waren durch die 700-jährigen Geschichte dieses Stadtteils gewachsen und gaben ihr Charakter und Lebensqualität. Dieses eigene Milieu besaß als ehemalige Residenzstadt bis 1945 urbane Strukturen wie Kunst, Kultur, architektonische Kleinode und Stätten aller Schulbildungen. Die Wohnungsnot der Nachkriegszeit zwang die Stadtregierung die gewachsenen Strukturen des Altstadtviertels zu verändern und aufzuheben. Die ehemals gesunde Mischung von Handwerk, Handel und Wohnen – quasi die Zulieferer des Grafenhauses kam aus dem Gleichgewicht. Die Identität wurde an den Wurzeln gekappt und verlor ihre Lebensfähigkeit und die einstmalige Bedeutung dieses Quartiers versank in den Köpfen der Hanauer Bürger.

Seit fünfzehn Jahren arbeitet ein Kreis gleichgesinnter Menschen in der IGHA gezielt an der Entwicklung dieses Viertels, um die Mischung und das Gleichgewicht der Kräfte und Interessen zu verbessern und zu stabilisieren. Die Nachhaltigkeit braucht Zeit, was sind schon 15 Jahre Vereinsinteressen bei einer Stadtentwicklungszeit von 700 Jahren. So erinnerte der Verein der Altstadtinteressierten zunächst die Bürger an die Bedeutung dieses Stadtteils, verstärkte durch Vorträge die Bekanntheit der Stadtgeschichte, reizte durch Führungen die Neugierde der Alt- und Neubürger, öffnete durch Konzerte die Innenhöfe und verstärkte durch interessante Märkte den Wunsch, die Altstadt zu besuchen und zu erkunden. Der Erfolg dieser Denkanstöße konnte man an den langsam wachsenden Maßnahmen der Administration erkennen. Da gab es tatsächlich Aufmerksamkeiten der Kommunalpolitik an den Begehren der zu verwaltenden Menschen. Visionäre fühlten sich bestärkt, Ideen mit anderen zu diskutieren und somit die Ängste über Veränderungen abzubauen. 2005 gab die IGHA der Arbeitsgemeinschaft Medien in der Karl-Rehbein-Schule den Auftrag alle Häuser der Altstadt zu fotografieren. Es ist unglaublich, welche Veränderungen innerhalb der letzten zehn Jahren in der Altstadt stattgefunden haben, wenn man die damaligen Aufnahmen mit heute vergleicht. Eine Entflechtung sozialer Probleme wurde eingeleitet. Die Besucherfrequenz in der Altstadt erhöht und die Wohnraumgestaltung dem heutigen Anspruch angepasst. Komplette Straßenzüge wurden abgerissen und neu aufgebaut und der Anteil der Eigentumswohnungen derer des sozialen Wohnungsbaus angepasst. Die Plätze und Anlagen für die junge und ältere Bevölkerung anziehender möbliert und attraktiver gestaltet. Die Anbindung der Altstadt an die Innenstadt in Stufen verbessert. Ein Netzwerk entstand, das die Kommunikationsbereitschaft unter den einzelnen Akteuren förderte und Kooperationen zur finanziellen, terminlichen und qualitativen Entspannung führte. Die Bereitschaft der Stadtverwaltung, der Hanauer Baugesellschaft und der Bürger zu mehr Identität und besserer Gestaltung unserer Stadt bewirkte eine wundersame Verjüngung des Stadtbildes und zeugt von einem geistigen Wandel. Das Lächeln kehrt in unsere Herzen zurück.

Auch das neue Bauvorhaben der Baugesellschaft Hanau in der Graf-Philipp-Ludwigstraße wird ein Meilenstein in der Weiterentwicklung unserer Urbanität werden. Nicht nur das leicht monotone Häuserbild dieser Altstadtstraße kann korrigiert werden, sondern auch dem Handel eine Chance eröffnet werden, sich als stabilisierender Baustein gewichtig darzustellen. Vor dem Krieg konnte man z. B. noch unter drei Bäckern in der Altstadt wählen, heute fehlt diese Farbe in der Stadt-Landschaft. Der Reiz der Altstadt wird sich mit Nischenprodukten erhöhen, die hier in den neu geschaffenen Geschäftsräumen in der Graf-Philipp-Ludwig-Straße ihre Heimat finden werden. Die IGHA wird sie in ihre Arbeit aufnehmen und unterstützen.

Die IGHA wird ihr Anliegen beim Erhalt historischer Gebäude der Altstadt intensivieren. Sie wird versuchen, die einzelnen Abteilungen der Stadtverwaltung an einen Runden Tisch zu vereinen, gemeinsam mit ihnen – nicht gegeneinander- einen Katalog von Vorschlägen erstellen, der zu einer sinnvollen Belegung z. B. des Kanzleigebäudes führen kann und die Kosten der Realisierung erarbeitet. Bereits Anfang Februar fährt eine IGHA-Delegation ins Ruhrgebiet, um sich über ähnlich gelagerte Projekte und deren Finanzierung zu informieren. Die IGHA widersetzt sich allen Versuchen, die historischen Gebäude der Altstadt zu veräußern und prüft juristische Möglichkeiten derartige Planungen zu verhindern.


2012 - Zehn Jahre Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt (IGHA)

In den vergangenen zehn Jahren hat sich in Hanaus kleinstem Stadtteil – Altstadt – einiges verändert. So haben die Bewohner 2003 die Verleihung der Stadtrechte vor siebenhundert Jahren zum Anlass genommen, auf ihre geschichtliche Bedeutung aufmerksam zu machen.

Um das zunächst opulent geplante "Brot und Spiele" – Fest anlässlich der 700-Jahre-Feier zu vermeiden, gründeten Altstadtbekenner 2002 die Interessengemeinschaft IGHA als gemeinnützigen Verein, um mit einem eigenen, überparteilichen Konzept an diesen Tag zu erinnern.

Verwundert rieben sich die Hanauer Bürger die Augen, als die IGHA selbstbewusst auf den Ursprung dieser Stadt hinwies und den Stadtteil "Altstadt" als Wurzelwerk der Hanauer Vergangenheit "outete".

Das IGHA - Konzept der ersten Stunde trägt heute, nach fast zehn Jahren, bemerkenswerte Früchte. Die Hanauer Bürger wissen jetzt, welche geschichtliche Bedeutung die Altstadt besitzt. Die IGHA hat mit ihren kostenlosen Führungen hunderte Bürger qualifiziert über die Altstadt informiert, hat mit ihren kostenlosen "Jazz im Hof"– Veranstaltungen tausenden Jazzliebhabern die schönsten Innenhöfe in diesem Quartier geöffnet und das Marktleben in der Altstadt neu belebt, denn die Marktrechte galten vor 700 Jahren nur dem Altstädter Markt. Heute beleben Bücherflohmärkte, Antik- und Trödelmärkte und Bauern- und Schlemmermärkte bis zu sieben Mal im Jahr die Altstadt.

Inzwischen hat die IGHA bewiesen, dass sie Hanauer Traditionen pflegen und weiterführen kann und gemeinsam mit städtischen Einrichtungen und Ämter eine Reanimation bedeutender Volksfeste erreichen konnte  z.B. das Lamboyfest und das Hanauer Weinfest. Aber auch die Tradition einer Musikakademie wurde von ihr aufgegriffen und neu belebt. Dabei entstand ein erfolgreiches Netzwerk mit der Karl-Rehbein-Schule und der Hohen Landesschule, das eine bedeutende Jugendarbeit entwickeln und realisieren konnte. Errungenschaften wie der Kompositionswettbewerb oder die Literatur-Veranstaltung "Lyrik unterm Ginkgobaum" legen Zeugnis für ein langfristiges Konzept ab.

Inzwischen hat sich das Vortragsprogramm der IGHA als eine Plattform zur Information und für Diskussionen etabliert. In diesem Jahr hatte der Verein zwanzig kostenlose Vorträge im Angebot, deren Referenten für fundierte und kompetente Aussagen bekannt sind. Dabei versteht sich die IGHA als Impulsgeber für eine Auseinandersetzung mit bedeutenden Themen.

Die fünfundsiebzig Veranstaltungen im Jahr 2011, die bis auf ganz wenige für die Teilnehmer kostenlos waren, beinhalteten nicht nur Beiträge, die sich mit der Vergangenheit beschäftigt haben sondern auch langfristig angesetzte Projektentwicklungen. Zu nennen wären die Themen "Turmhaube der Alten Johanneskirche", Entwicklung der öffentlichen Plätze und Engagement für ein Brüder-Grimm-Kulturzentrum in der Altstadt, zeitgemäße Veränderung der Innenstadt, Verbindung der Altstadt mit der Innenstadt. Zu zwei großen Bürgerversammlungen hat die IGHA im Congress – Park - Hanau eingeladen und ist mit diesen Informations- und Diskussionsveranstaltungen der Informationspflicht gegenüber den Bürgern bereitwillig und streitbereit nachgekommen.

Nicht zuletzt fördert die IGHA die wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Interessen dieser Stadt, indem sie das Bestreben zur Gründung eines Fraunhofer-Forschungsinstituts von Anfang an unterstützt hat. Dieses Thema war bereits vor Jahren Bestandteil der Ansprachen anlässlich des Neujahrsempfangs der Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt.


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